Die bedeutendsten Freilichtmuseen Schwedens
In Schweden kann man über 30 Freilichtmuseen unterschiedlicher Größe finden die es ermöglichen einen Blick in die Vergangenheit einer Region, einer Landschaft, oder auch jener ganz Schwedens zu werfen, wobei allerdings nur elf der Freilichtmuseen von größerer touristischen Bedeutung sind und nicht nur relativ lokale Erinnerungen hervorrufen, sich also mehr an die Bewohner Schwedens richten.
In der Regel wird man keine Reise nach Schweden planen, insbesondere keine Städtereise, um sich dann nur in Freilichtmuseen aufzuhalten, aber es ist auch bedauerlich wenn man an einem dieser Museen vorbeikommt ohne einen Blick in das frühere Leben in Schweden zu werfen. Gerade der Besuch in einem, oder auch mehreren, dieser Freilichtmuseen ermöglichen es das Land besser zu verstehen und vielleicht auch in einem klassischen Tante Emma Laden etwas zu erwerben was große Supermärkte heute nicht mehr anbieten.

Wir helfen Reisebüros bei der Planung einer Städtereise gerne dabei eine gute Kombination an Zielen zu bieten, also neben den großen Sehenswürdigkeiten einer Stadt auch einen Zusatz zu bieten, egal ob es sich dabei um den Besuch eines Freilichtmuseums, eines Schlosses, einer Kathedrale oder eine herrliche Gartenanlage handelt.
Eketorp auf Öland und drei historische Epochen
Die Ringburg Eketorp auf Öland wurde in ihrer ersten Form bereits im 4. Jahrhundert als Richtplatz und zum Feiern religiöser Feste geschaffen. Nur 100 Jahre nach der Gründung wurde die historische Burg erweitert und schütze die Bevölkerung vor feindlichen Angriffen, bis sie dann gegen das Jahr 600 verlassen wurde. Gegen das Jahr 1000 wurde Eketorp dann von den Wikingern wieder aufgebaut und hierbei erweitert, bis sie dann im Jahr 1240 endgültig und plötzlich verlassen wurde. Heute kann man in Eketorp vor allem das Leben der Wikinger erleben und erfährt sehr vieles über eine der bedeutendsten Kulturen des frühen Schwedens. In der Festung, die zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt wurde, wurden insgesamt rund 27.000 Funde gemacht.
Das Fornby in Skara und ein Besuch in früheren Gütern
Beim Fornby in Skara handelt es sich um ein Freilichtmuseum mit rund 30 Gebäuden aus dem Västergötland, die alle zum 18. und 19. Jahrhundert zurückreichen. Das erste der Gebäude wurde bereits 1914 im Freilichtmuseum aufgestellt das mit den Jahren immer mehr erweitert wurde, bis das heutige Dorf entstanden war, ein Kulturerbe Westschwedens das insbesondere das frühere Leben in einem landwirtschaftlichen Dorf zeigt. Der Heimatverein der Stadt veranstaltet im Laufe des Jahres mehrere bedeutende Feste, unter anderem Mittsommer, auf den Wiesen die die Gebäude umgeben.

Die Kirchstadt Gammelstad und das Freilichtmuseum Hägnan
Etwas außerhalb von Luleå befindet sich die alte Kirchstadt und das Freilichtmuseum Hägnan, die seit 1996 dem Weltkulturerbe der Unesco angehören und die bis zum 17. Jahrhundert das Zentrum der Stadt ausmachten. Mit 404 erhaltenen Holzhäusern handelt es sich bei Gammelstad und Hägnan um das bedeutendste Kirchdorf der Schwedens, das jeden Sommer zum Leben erwacht und den Besucher in das 18. und 19. Jahrhundert eintauchen lässt. Es gibt kaum ein traditionelles Ereignis, inklusiv dem jährlichen Weihnachtsmarkt, die nicht in diesem Teil Luleås stattfinden.
Gamla Linköping und die historische Innenstadt
Am Rande der Stadt Linköping liegt das Freilichtmuseum Gamla Linköping in dem man die Gebäude aus dem alten Zentrum der Stadt wieder entstehen ließ, da man rund 120 Gebäude der Stadt des 18. und 19. Jahrhunderts auf diese Weise erhalten wollte um dem Besucher das frühere Stadtmilieu bewahren zu können. Im Sommer sind zahlreiche Gebäude zu besichtigen und der Besucher wird von Laienschauspielern in historischer Kleidung erwartet. Dieses Freilichtmuseum ist das einzige Schwedens in dem rund 30 der Häuser permanent bewohnt werden, was garantiert dass hier auch im Winter kaum etwas zerstört wird.
Gammlia in Umeå und das alte Västerbotten
Auch wenn das Freilichtmuseum Gammlia am Rande Umeås erst im Juli 1921 eingeweiht wurde, so wurden bereits seit 1885 Gebäude und Gegenstände der vorhergehenden zwei Jahrhunderte gesammelt. Beim großen Stadtbrand 1888 wurde leider der größte Teil der Sammlung zerstört und man musste sich erneut auf die Suche nach Gebäuden und Gegenständen machen die die Kultur Västerbottens, insbesondere aber der Stadt Umeå, ausmachten. Mittlerweile kann man in Gammlia zahlreiche Gebäude und Gegenstände entdecken die das frühere ländliche Leben im Norden Schwedens dokumentieren. Wer sich nach dem Besuch des Freilichtmuseums noch mehr für die Geschichte Västerbottens interessiert, kann seine Kenntnisse im Museum am Rande des Gebietes vertiefen.

Hallandsgården in Halmstad und das frühere Halland
Das Freilichtmuseum Hallandsgården im Zentrum der Stadt Halmstad wurde 1925 gegründet um dort typische Häuser der Region Halland zu bewahren und ein typisches Dorf dieser Landschaft aufzubauen. Auch wenn man dort nur ein gutes Dutzend an Gebäuden Platz findet, so lassen sie den Besucher in die Vergangenheit des dortigen Landlebens des 19. Jahrhunderts nachempfinden und Gegenstände entdecken mit denen die Landwirte zu jener Zeit arbeiteten. Wie in all den Freilichtmuseen Schwedens, so lädt der Heimatverein Halmstads auch hier zu den bedeutendsten traditionellen Ereignissen ein, inklusive der Mittsommerfeier und dem Tanz um die Mittsommerstange.
Jämtli in Östersund, drei Museen an einer Stelle
Unter Jämtli versteht man in Östersund nicht nur das Freilichtmuseum, sondern auch zwei weitere Museen der Stadt. Bis 2008 handelte es sich beim Jämtli allerdings ausschließlich über das Freilichtmuseum, das seine Wurzeln im Jahr 1886 hat und über rund 80 Gebäude verfügt die eine Reise bis zum 18. Jahrhundert ermöglichen. Im Sommer kann man hier jedoch nicht nur einen Einblick in die frühere Bauweise der Region finden, sondern man entdeckt auch die landwirtschaftlichen Tiere, die frühere Pflanzenwelt und Angestellte in der früheren Regionaltracht erzählen von der kulturellen Vergangenheit im Jämtland.
Nordanå in Skellefteå und das frühere Nordschweden
Auch in der Bonnstan bei Skellefteå macht man einen Ausflug der bis zum 17. Jahrhundert zurückreicht, wobei es sich bei der Nordanå Bonnstan nicht um ein tatsächliches Freilichtmuseum handelt, sondern um 116 Gebäude die früher nur von Kirchgängern aus der gesamten Umgebung benutzt wurden, denn, genau genommen, handelt es sich bei der Bonnstan um eine frühere Kirchstadt, eine der weniger die von den früheren 70 dieser Kirchstädte übrig geblieben sind. Noch heute werden hier jährlich ein Jahrmarkt abgehalten und auch die Mittsommerfeier findet ebenfalls hier statt. Die zweistöckigen Holzhäuser von Bonnstan verfügen über insgesamt 392 Räume in denen die vielen Landwirte der Region übernachteten, während der vom Gesetz vorgeschriebenen Kirchbesuchen.
Das Skansen in Stockholm und die Kultur Schwedens
Das Skansen ist das größte Freilichtmuseum Schwedens in dem man nicht nur Gebäude aus den verschiedensten Regionen Schwedens finden kann, sondern auch den Samen wurde eine Abteilung gewidmet. Neben den Gebäuden und Gerätschaften des früheren Schwedens findet man auch ein kleines Stockholm mit, im Sommer, aktiven Handwerker die an historischen Geräten arbeiten, und man kann im Zoo die Tierwelt Schwedens finden, ausgenommen der Wölfe mit denen es vor einigen Jahren einige Probleme gab. Und die Braunbären kann man natürlich auch nur zur wärmeren Zeit sehen, da sie auch im Skansen ihren Winterschlaf halten.
Vallby in Västerås, ein Ausflug in die Vergangenheit
Das Freilichtmuseum Vallby bei Västerås präsentiert dem Besucher das Västmanland zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert. Neben den rund 50 Gebäuden der Region findet man hier im Sommer auch die typische Natur und die Pflanzen des Västmanlands, und natürlich die Tier, die man früher in allen Landgütern des Gebietes fand. Auch wenn Vallby überwiegend ländliche Gebäude aufweist, so wurden hier auch einige städtische Steinbauten wieder aufgebaut, so dass der Besucher sich auch mit der unterschiedlichen Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts vertraut machen kann. Man kann Vallby das ganze Jahr über besuchen, auch wenn das Freilichtmuseum nur im Sommer in seiner vollen Pracht zu sehen ist.
Wadköping in Örebro, das alte Stadtmilieu der Stadt
Wadköping ist eine fiktive Stadt des Schriftstellers Hjalmar Bergman aus Örebro die sich am Rande des Stadtparks befindet und aus historischen Gebäuden Örebros besteht, die auf diese Weise nicht nur gerettet wurden, sondern zu einem kulturhistorischen Erbe wurden. Wer Wadköping im Sommer besucht, kann dort eine lebende Stadt mit Handwerkern, Museen, Ausstellungen und selbst kleinen Geschäften finden. Da Wadköping erst im Jahr 1965 eingeweiht wurde, konnte man beim Umzug der Gebäude ganze Landgüter neu aufbauen, was bei den ersten Freilichtmuseen noch extrem schwierig war und daher nur Teile davon eine neue Heimat bekommen haben. Beim Besuch des Freilichtmuseums Wadköping sollte man auf jeden Fall aich einen Blick in das Haus der Kochbuchautorin Cajsa Warg werfen, da nicht nur das Haus aus dem 17. Jahrhundert sehr interessant ist, sondern man hier auch viel über die schwedische Hausmannskost und die Einrichtung des 17. Jahrhunderts erfahren kann.
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Auf den Spuren der schwedischen Wikinger
Die Domkirchen und Kathedralen in Schweden
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Schweden, von der Eisenzeit bis zum Mittelalter
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